internationaler peripheriebahnhof

cessange

2009

Maîtrise d’ouvrage : Ministère des Transports

Architectes : michelpetitarchitecte, Luxembourg - Theo Hotz AG, Zurich, Suisse

Ingénieur génie-civil : Dr. Lüchinger + Meyer, Zurich, Suisse

Ingénieur circulation : Ernst Basler+Partner AG, Zurich, Suisse

Idee

Sämtliche wichtigen verkehrlichen- und urbanen Funktionen werden konzentriert im Bereich der öf¬fentlichen Quartiersverbindung angeordnet. Diese Idee wird architektonisch durch ein großes Dach, welches all diese Nutzungen räumlich fasst, transportiert. Das zum Boulevard weitauskragende Dach erzeugt dabei eine gut ablesbare Eingangssituation, die für den Bahnhof eine eindeutige Adresse mit hoher Identifikation und Repräsentanz bietet.

Freiräume

Die Gestaltung der Freiräume vermittelt zwischen den Referenzen des Plan Directeur Porte de Holle¬rich 2008 und der kompakten Umsetzung des zukünftigen Bahnhofs Cessange. Durch die Überlage¬rung dieser zwei Themen werden identitätsstiftende Orte mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen.

Passagen

Entsprechend der Zielvorstellungen des Plan Directeur soll ein Grünfinger, die Parkwelle als öffentli¬cher Durchgang zur fussläufigen Erschließung des Bahnhofs und zur Vernetzung der Quartiere bei¬tragen. Um diesen Aspekt Rechnung zu tragen wurde der Bereich des öffentlichen Durchganges in einen großzügigen reinen Fußgängerbereich mit 20 - 40m Breite, den räumlich abgrenzenden Bereich der Service- und Dienstleitungsflächen sowie den dahinterliegenden Busbahnhofflächen räumlich diffe¬renziert ausgebildet.

Tram

Das Tram verkehrt auf dem Boulevard de Hollerich und soll exklusiv auf einem eigenen Trassee ver¬kehren, das südlich der MIV-Fahrspuren angeordnet ist. Mit der Zulassung von Bussen auf dem Tramtrassee wäre die Gefahr groß, dass es zu gegenseitigen Behinderungen kommt. Die Haltestelle ist 70 m lang und liegt in unmittelbarer Nähe zur Fussgängerhauptverbindung Hauptpassage – Bahnhofsplatz. Ebenerdig können andere Busse sowie der Bahnhofsplatz erreicht werden.

Bus

Die Busse der AVL verkehren auf dem Boulevard de Hollerich sowie auf der südlichen Erschlies¬sungsstrasse. Die Haltestellen sind auf Höhe der Tramhaltestellen angeordnet. Die Passagiere kön¬nen ebenerdig über die verschiedenen Fußgängerstreifen den Boulevard queren. Am westlichen Ende ist eine weitere Haltestelle angeordnet. Die Regionalbusse haben Ankunfts- und Abfahrtkante in der Hauptpassage. Die Zu- und Wegfahrt ist in alle Richtungen möglich. Die Zugänge zu den Bahnsteigen erfolgt über Treppen und Lifte direkt ab diesem Niveau.

Fußwegnetz

Den Fußgängern stehen auf dem Boulevard zwei Achsen zur Verfügung: Eine entlang der Strasse und die andere entlang der Bahnhofsfront. Das Bahnhofsgelände kann über zwei Verbindungen ge¬quert werden: Hauptpassage und Nebenpassage. Die Hauptpassage ist grosszügig dimensioniert, führt entlang von Bistros und Läden sowie der Haltekanten der Regionalbusse. Die Hauptpassage führt über den Boulevard direkt auf den Bahnhofsplatz zu. Von der Hauptpassage sowie von der Nebenpassage sind Bahnsteigzugänge angeordnet.

Fahrrad

Den Fahrradfahrern stehen auf dem Boulevard de Hollerich zwei Achsen zur Verfügung: eine entlang der Strasse und die andere entlang der Bahnhofsfront. Das Bahnhofsgelände kann über zwei Verbin¬dungen gequert werden: Hauptpassage und Nebenpassage. Die Hauptpassage ist grosszügig di¬mensioniert und kann auch von Fahrradfahrern benutzt werden. Abstellplätze sind zur Hauptsache in der Nebenpassage aber auch in der Nä¬he der Hauptpassage angeordnet.

MIV

Die Parkplätze unter dem Bahnhof können von Süden über die Rue de Guddebierg her erreicht wer¬den. Kurzzeitparken ist am Boulevard sowie auf der südlichen Erschließungsstrasse möglich. Kiss ¬and ride Plätze sind beidseitig des Bahnhofs in unmittelbarer Nähe zur Hauptpassage möglich.

Taxi

Taxiwarteplätze sind zentral in der Hauptpassage angeordnet. Eine Vorhaltezone für weitere Fahr¬zeuge ist im Süden an der Rue de Guddebierg vorgesehen.

Organisation

Die zentrale Hauptpassage ist räumlich und funktional Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Bahnhof. In diesem übergeordneten Kommunikationsbereich werden die verschieden Bahnhofsberei¬che durch die Vertikalverbindungen sowie die Lufträume sicht- und erlebbar gemacht. Sämtliche wichtigen Bereiche können von hier aus erschlossen werden. Dem spezifischen Programm des Peripheriebahnhofs Cessange mit vielen Nutzungen in direkter Ab¬hängigkeit zueinander wird durch die kompakte Organisationsform entsprochen. Auf Grund der verti¬kalen Schichtungen der Hauptnutzungen übereinander können diese direkt über Treppen/ Rolltrep¬pen und Aufzüge in kürzester Distanz zueinander verbunden werden.

Ökologische und energetische Nachhaltigkeit

Der Bereich unter dem grossen Dach also das “Bahnhofsgebäude“ ist nach aussen hin grösstenteils geöffnet. Nur die Nutzungen die temperiert sein müssen sind entsprechend so vorgesehen. Der Ein¬satz von zusätzlicher künstlicher Belüftung und Belichtung kann wie zu vor beschrieben ebenfalls auf ein Minimum reduziert werden. So können insgesamt die Betriebskosten niedrig gehalten werden. Die Dachflächen des Bahnhofs und auch die südseitige Lärmschutzverglasung eignen sich hervorra¬gend zur Anordnung von Fotovoltaik (Glasflächen) und Kollektoren (opake Flächen).

Zukunftsoffene Strukturen

Die Mantelnutzung ist von dem eigentlichen Bahnhof unabhängig umsetzbar. Dies betrifft sowohl die bauliche Realisierung als auch die nachfolgende Erschließung bzw. Ver- und Entsorgung. Bei den kleineren Einheiten erfolgt diese hierbei direkt von Norden oder über die Tiefgarage. Für die größeren Einheiten an den Enden (Hotel und Supermarkt) kann eine zusätzliche Ver- und Entsorgung an der West- bzw. Ostseite realisiert werden. Ebenso sind eigene Zu- und Ausfahrten für die Stellplätze vor¬gesehen. Die Konzeption lässt aber auch den Zusammenschluss der einzelnen Tiefgaragen zu.