"Waxweiler Mühle"

petange

2006 - 2ème prix

Programme : centre socioculturel

Architecte : michelpetitarchitecte

Architektonische und städtebauliche Gestaltung

Der aktuelle Vorplatz zwischen Mühle und rue de l’église wird zum Bindeglied zwischen zwei bestehenden Baukörpern, der Mühle und der maison rouge sowie dem neuen Baukörper welcher die Kleinkunstbühne und die Gaststätte beinhaltet. Die maison rouge, vom Vorplatz umgeben, soll nach Außen ihren Signalcharakter behalten während die Mühle in den Park eingebettet wird. Die Zufahrt zu den bestehenden technischen Installationen erfolgt ab der Hauptverkehrsader im Süden, auch wenn hier Verhandlungen mit der zuständigen Verwaltung anstehen. Diese Zufahrt kann für Anlieferungen zum neuen Baukörper dienen und garantiert einen verkehrsfreien Vorplatz vor der Mühle.

Gestalterisches Gesamtkonzept

Mühle und maison rouge werden in ihrem jetzigen Zustand, ohne tief greifende Eingriffe als Zeugen ihrer Zeit erhalten. Die Mühle wird zum Museum und lediglich eine bequemere Treppe im Inneren erleichtert die Erschließung der einzelnen Räume. Alle neuen zusätzlichen Funktionen werden in einem separaten Gebäude, welches rechtwinkelig zur Mühle angeordnet ist, untergebracht. Neu und Alt sind auf den ersten Blick erkennbar werden aber als eine Einheit vom Gasthauspächter betrieben. Dieser übernimmt die Rolle der inneren Triebfeder des Hauses sowohl für das Museum als auch für die Kleinkunstbühne oder die Künstlerateliers. Die Erschliessung erfolgt über einen mineralischen Vorplatz, während der Park einen Gemüsegarten mit Weizen Gerste und sonstigen zu mahlenden Pflanzen aufnimmt. Sollte das Projekt in mehreren Stufen erfolgen, so könnten die drei Baukörper unabhängig voneinander fertig gestellt werden. Die Gedenkstätte der maison rouge braucht lediglich einen betriebsfähigen Vorplatz, das Museum und ein Teil der Gaststätte können ohne Künstlerateliers und Theatersaal den Betrieb aufnehmen bevor der neue Baukörper das Bestehende ergänzt.

Nutzungen

Dokumentationszentrum

Die maison rouge nimmt das Dokumentationszentrum auf. Nur geringe Veränderungen sind notwendig um kleinere Gegenstände und Dokumente auszustellen. Der Vorplatz kann für weitere grössere Gegenstände und erste Infowände genutzt werden.

Mühlenmuseum

Das bestehende Gebäude wird nicht wesentlich verändert, denn ein Gebäude kann nur authentischer Zeuge seiner Zeit sein, wenn nur begrenzte Veränderungen den Betrieb eines Mühlenmuseums ermöglichen. Der Zugang im Erdgeschoss dient dem Empfang der Besucher, welche von hier in den großen Ausstellungsaal im Erdgeschoss oder die übrigen Säle in den Obergeschossen gelangen. Die bestehenden Einrichtungen sollen wieder in einen betriebsfähigen Zustand gebracht werden, zusätzliche Maschinen vervollständigen die Ausstellung und erklären die Vielfalt des Mühlenbetriebes.

Gastronomie

Die Gaststätte wird im Erdgeschoss des Wohngebäudes eingerichtet und bietet den Gästen im neuen Gebäude einen Sitzbereich. Der Saal im Neubau kann allein als Gaststätte betrieben werden oder zusammen mit dem angrenzenden Saal der Kleinkunstbühne einen multifunktionalen Bereich bilden. In den oberen Geschossen sind kleine Wohnungen für temporäres Wohnen von Künstlern untergebracht.

Kleinkunstbühne

Theatersaal, Bühne und Nebenräume im neuen Bauvolumen erstrecken sich entlang dem alle Funktionen verbindenden Vorplatz welcher bei entsprechender Wetterlage mit in das Theatergeschehen eingebunden werden kann. Die Benutzer betreten den Saal über die Gasstätte welche bei Aufführungen die Funktion der Kasse und des Vorraumes übernimmt.

Künstlerateliers

Der Neubauriegel beinhaltet auf der Rückseite der Mühle Ateliers, welche unabhängig voneinander durch diverse Künstler betrieben werden. Die ruhige Lage im Garten erlaubt ungestörtes Schaffen in einem beachtlichen Raumvolumen, während der große Saal der Mühle zu Ausstellungszwecken zur Verfügung steht.

Außenraumgestaltung

Die Parkanlage umschließt das Gebäude der Mühle und die Künstlerateliers und bietet Besuchern die Möglichkeit jene Pflanzen zu beobachten welche in der Mühle verarbeitet wurden. Die natürlichen Außenanlagen sind eng mit dem Gesamtkonzept verbunden und sind nicht nur Kulisse für die Architektur. Der Vorplatz ist mineralisch um den sauberen Zugang zu den Gebäuden zu gewährleisten und nur locker mit wenigen Bäumen bepflanzt.

Konstruktives Konzept

Die innere Tragstruktur des riegelförmigen Neubaus besteht aus Holzrahmen, die auf einer aufgeständerten Betonbodenplatte stehen. Eine Glashülle umschliesst die Rahmen nach allen Seiten, ein Zinkblechdach bildet den wetterdichten Abschluss nach oben. Lärchenholzlamellen (Sonnenschutz) kleiden den ganzen Baukörper ein und geben ihm einen besonderen Charakter. Der Neubau ist durch die Holzrahmenkonstruktion einfach und schnell zu errichten.