"Stefan-Andres-Gymnasium"

schweich

2010 - anerkennung

Maîtrise d’ouvrage : Kreisverwaltung Trier-Saarburg

Concours 2010 : Gymnasium mit Mensa sowie Kommunikationszentrum

Architectes : michelpetitarchitecte, SCHILLING ARCHITEKTEN

Stadtraum

Die unterschiedlichen Funktionsbereiche werden in zwei getrennten Baukörpern untergebracht. Der Südliche beherbergt die Unterrichtsräume und ist mit dem bestehenden Schulgebäude direkt verbunden. Im Nördlichen ist die Mensa sowie der Bürgersaal untergebracht. Beide Baukörper übernehmen die Zweigeschossigkeit der Bestandsgebäude und werden von einem Vordach in gleicher Höhe verbunden.

Die bestehenden Schulgebäude werden so zu einem sinnvollen Ganzen ergänzt, ohne ihre bauliche Eigenständigkeit zu verlieren. Es entsteht eine Folge differenzierter, miteinander verbundener Außenräume, die, mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten belegt, einen spannenden Erlebnisraum darstellen.

Entlang der Stefan-Andres-Straße entsteht eine geordnete Situation, die einerseits den Straßenraum fasst, andererseits dem Schulzentrum ein klares Gesicht verleiht und so der überörtlichen Bedeutung Rechnung trägt. Der Hauptzugang zum Schulgelände erfolgt selbsterklärend unterhalb des Daches; hier entsteht eine eindeutige Adresse.

Der Bürgersaal wird als zukünftiges kulturelles Zentrum in einem eigenen, klar ablesbaren Gebäude untergebracht. Er orientiert sich zum Stadtkern und dem schönen Platz um den Stefan-Andres-Brunnen und lässt sich hier sinnvoll erschließen ohne den Schulbetrieb zu beeinträchtigen. Vielleicht ließe sich ein etwas einladenderer Übergang zum Stefan-Andres-Platz gestalten.

Architektur

Der architektonische Charakter der Schule ist unter anderem durch die unterschiedlichen Außenräume geprägt, die sich konsequent aus der architektonischen Konzeption heraus entwickeln.

Die Architektur ist gelassen, ihr Ausdruck ist zurückhaltend im klassischen Sinn, ihr Bildpotential ist universell und bezieht die Außenräume mit ein. Sie will den Raum nicht dominieren, sie lässt ihn sich vielmehr subtil entfalten.

Die einzelnen Funktionen

Die Mensa schließt den zentralen Eingangsplatz nach Norden hin ab. Sowohl das Foyer als auch der Speisesaal sind dorthin großzügig verglast: man nimmt bei den verschiedensten Nutzungen am Leben auf dem Platz teil.

Das Bürgerzentrum schließt sich nahtlos an das Mensagebäude an. Der Bürgersaal kann durch die Mensa in voller Breite zu einem wirklichen Veranstaltungssaal erweitert werden. Die Raumhöhe ist mit ca. 6,6 Metern seiner Grundfläche entsprechend gewählt. Sowohl als getrennte Räume als auch bei Zusammenschaltung ergeben sich gute Raumproportionen. Durch die großzügige Verglasung zu seinem Vorplatz an der Stefan-Andres-Straße ist der Saal im öffentlichen Raum präsent. Durch die um einen Innenhof organisierten Nebenräume beider Funktionseinheiten sind auch hier vielfältige Synergien möglich.

Die Verbindung zwischen Bestand und Neubau ist als wettergeschützter, zweigeschossiger verglaster Übergangsbereich konzipiert. Da er nicht Gebäude im eigentlichen Sinne ist, unterbricht er einerseits nicht das Kontinuum der Außenräume, verlängert andererseits die Magistrale im Erdgeschoss des Bestandsgebäudes in den Neubau hinein. Große Tore, die sich im Sommer ganz öffnen lassen, machen ihn zu einem interessanten Zwischenraum: nicht innen, nicht außen.

Musik- und Kunstraum sind ebenerdig und mit direktem Zugang zu jeweils einem der Innenhöfe angeordnet, sodass ein Arbeiten im Freien ermöglicht und gefördert wird.

Die Räume für die Naturwissenschaften werden im Obergeschoss nebeneinanderliegend zusammengefasst. Eine differenzierte, den Anforderungen entsprechende Untergliederung ist somit problemlos möglich, eine technische Versorgung der Räume sehr einfach.

Die Bibliothek, im Obergeschoss gelegen, bildet den räumlich-funktionalen Abschluss der von allen Schülern (und Lehrern) genutzten Räume. Das gesamte Gebäude ist somit gleichermaßen durch interessante Bereiche und Funktionen belegt und belebt.

Eine eigene Terrasse als ‚Highlight’ ermöglicht einen zwanglosen und gleichzeitig ruhigen Aufenthalt für das eigenes Lernen.

Die inneren Erschließungsflächen dienen nicht nur dem Erreichen der einzelnen Räume. Hier wird die Kommunikation zwischen den einzelnen Klassen, Stufen und Schulformen ermöglicht und gefördert. Natürlich belichtete Bereiche für selbstbestimmtes Lernen sind großzügig vorhanden.

Erschließung

Die Schule hat einen offenen Eingangsplatz, von dem aus das bestehende Schulgebäude, der Neubau des Gymnasialtraktes und auch die Mensa erschlossen werden. Ein zukünftig kontrollierter Zugang des Schulzentrums sollte von hier erfolgen. Gleichzeitig fungiert der Eingangsplatz als ausreichend große, teilweise überdachte Auffangzone für die auf die Schulbusse wartenden Schüler.

Materialität

Es sollen in konzeptioneller Hinsicht universelle und natürliche Baumaterialien verwendet werden, für die Böden Holzdielen und geglätteter Beton, für die inneren Wände und Decken je nach Anforderung Sichtbeton und Gips, für die Außenwände können wir uns ein geschlemmtes Ziegelmauerwerk vorstellen. Ein außenliegender Sonnenschutz ist selbstverständlich eingeplant.

Grünräume

Es werden opulente Baumreihen und -carrés in Ergänzung zu den vorhandenen Bäumen gepflanzt. Hochstammbäume werden architektonisch als Raumdefinition empfohlen. Immergrüne Arten wie Quercus ilex oder Ceratonia silique werden präferiert.